ASCHERMITTWOCH   18.02.2026

In der heutigen Messe wird die Asche gesegnet und ausgeteilt. Sie wird aus den gesegneten Palmzweigen des Vorjahres bereitet.

ERÖFFNUNG UND WORTGOTTESDIENST

Eröffnungsvers

Weish 11, 24-25.27

Du erbarmst dich aller, o Herr,

und hast Nachsicht mit den Sünden der Menschen,

damit sie sich bekehren;

denn du bist der Herr, unser Gott.

Das Allgemeine Schuldbekenntnis entfällt. Es wird durch die Austeilung der Asche ersetzt.

TAGESGEBET

Getreuer Gott, im Vertrauen auf dich

beginnen wir

die vierzig Tage der Umkehr und Buße.

Gib uns die Kraft zu christlicher Zucht,

damit wir dem Bösen absagen

und mit Entschiedenheit das Gute tun.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.

ERSTE Lesung

Joel 2, 12-18

Zerreißt eure Herzen, nicht eure Kleider

Lesung aus dem Buch Joel

12So spricht der Herr: Kehrt um zu mir von ganzem Herzen mit Fasten, Weinen und Klagen.

13Zerreißt eure Herzen, nicht eure Kleider, und kehrt um zum Herrn, eurem Gott! Denn er ist gnädig und barmherzig, langmütig und reich an Güte, und es reut ihn, dass er das Unheil verhängt hat.

14Vielleicht kehrt er um, und es reut ihn, und er lässt Segen zurück, so dass ihr Speise- und Trankopfer darbringen könnt für den Herrn, euren Gott.

15Auf dem Zion stoßt in das Horn, ordnet ein heiliges Fasten an, ruft einen Gottesdienst aus!

16Versammelt das Volk, heiligt die Gemeinde! Versammelt die Alten, holt die Kinder zusammen, auch die Säuglinge! Der Bräutigam verlasse seine Kammer und die Braut ihr Gemach.

17Zwischen Vorhalle und Altar sollen die Priester klagen, die Diener des Herrn sollen sprechen: Hab Mitleid, Herr, mit deinem Volk, und überlass dein Erbe nicht der Schande, damit die Völker nicht über uns spotten. Warum soll man bei den Völkern sagen: Wo ist denn ihr Gott?

18Da erwachte im Herrn die Leidenschaft für sein Land, und er hatte Erbarmen mit seinem Volk.

Antwortpsalm

Ps 51 (50), 3-4.5-6b.l2-13.14 u. 17 (R: vgl. 3)

          R Erbarme dich unser, o Herr,

(GL neu 639,1)

denn wir haben gesündigt. - R

3

Gott, sei mir gnädig nach deiner Huld,

IV. Ton

tilge meine Frevel nach deinem reichen Erbarmen!

4 Wasch meine Schuld von mir ab,

und mach mich rein von meiner Sünde! - (R)

5 Denn ich erkenne meine bösen Taten,

meine Sünde steht mir immer vor Augen.

6ab Gegen dich allein habe ich gesündigt,

ich habe getan, was dir missfällt. - (R)

12 Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz,

und gib mir einen neuen, beständigen Geist!

13 Verwirf mich nicht von deinem Angesicht,

und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir! - (R)

14 Mach mich wieder froh mit deinem Heil;

mit einem willigen Geist rüste mich aus!

17 Herr, öffne mir die Lippen,

und mein Mund wird deinen Ruhm verkünden. - R

ZWEITE Lesung

2 Kor 5, 20 - 6, 2

Lasst euch mit Gott versöhnen! Jetzt ist sie da, die Zeit der Gnade

Lesung aus dem zweiten Brief des Apostels Paulus an die Korinther

Brüder!

20Wir sind Gesandte an Christi statt, und Gott ist es, der durch uns mahnt. Wir bitten an Christi statt: Lasst euch mit Gott versöhnen!

21Er hat den, der keine Sünde kannte, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm Gerechtigkeit Gottes würden.

1Als Mitarbeiter Gottes ermahnen wir euch, dass ihr seine Gnade nicht vergebens empfangt.

2Denn es heißt: Zur Zeit der Gnade erhöre ich dich, am Tag der Rettung helfe ich dir. Jetzt ist sie da, die Zeit der Gnade; jetzt ist er da, der Tag der Rettung.

Ruf vor dem Evangelium

Vers: Ps 95 (94), 7d.8a

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!1 - R

Wenn ihr heute seine Stimme hört,

verhärtet nicht euer Herz!

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!

Evangelium

     Mt 6, 1-6.16-18

Dein Vater, der das Verborgene sieht, wird es dir vergelten

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:

1Hütet euch, eure Gerechtigkeit vor den Menschen zur Schau zu stellen; sonst habt ihr keinen Lohn von eurem Vater im Himmel zu erwarten.

2Wenn du Almosen gibst, lass es also nicht vor dir herposaunen, wie es die Heuchler in den Synagogen und auf den Gassen tun, um von den Leuten gelobt zu werden. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten.

3Wenn du Almosen gibst, soll deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte tut.

4Dein Almosen soll verborgen bleiben, und dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.

5Wenn ihr betet, macht es nicht wie die Heuchler. Sie stellen sich beim Gebet gern in die Synagogen und an die Straßenecken, damit sie von den Leuten gesehen werden. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten.

6Du aber geh in deine Kammer, wenn du betest, und schließ die Tür zu; dann bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist. Dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.

16Wenn ihr fastet, macht kein finsteres Gesicht wie die Heuchler. Sie geben sich ein trübseliges Aussehen, damit die Leute merken, dass sie fasten. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten.

17Du aber salbe dein Haar, wenn du fastest, und wasche dein Gesicht,

18damit die Leute nicht merken, dass du fastest, sondern nur dein Vater, der auch das Verborgene sieht; und dein Vater, der das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.

 

SEGNUNG UND AUSTEILUNG DER ASCHE

Nach der Homilie lädt der Priester die Gläubigen zum Gebet ein:

Liebe Brüder und Schwestern,

wir wollen Gott, unseren Vater, bitten,

dass er diese Asche segne,

die wir als Zeichen der Buße empfangen.

Nach einer kurzen Gebetsstille betet der Priester, die Hände gefaltet:

Barmherziger Gott,

du bist den Demütigen nahe

und lässt dich durch Buße versöhnen.

Neige dein Ohr unseren Bitten

und segne + alle, die gekommen sind,

um das Aschenkreuz zu empfangen.

Hilf uns, die vierzig Tage der Buße

in rechter Gesinnung zu begehen,

damit wir das heilige Osterfest

mit geläutertem Herzen feiern.

Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

 

Vgl. Gen 3, 19

Während der Austeilung der Asche:

Bedenke, Mensch: Staub bist du

und zum Staub kehrst du zurück..

 

Antiphon

Joel 2, 13

Lasst uns umkehren zum Herrn, unserem Gott,

denn er ist gnädig und barmherzig und langmütig.

Groß ist seine Güte,

und es reut ihn, dass er Unheil verhängt hat.

.

Responsorium

Vgl. Bar 3, 2; Ps 79 (78), 9

Wir wollen Buße tun für das, was wir gefehlt haben, und uns bessern, damit wir nicht, plötzlich vom Tod überrascht, nach einer Gnadenfrist suchen, die uns niemand geben kann. * Höre, Herr, und hab Erbarmen, denn wir haben gesündigt vor dir.

V Hilf uns, du Gott unseres Heils! Um der Ehre deines Namens wil­len reiß uns heraus! * Höre, Herr...


Die Asche-die Rückseite des Lebens

Der heutige Tag gehört für die meisten zu den trüben Tagen des Jahres. Trüb heißt bedeckt, weder kalt noch warm, weder aufregend, noch richtig traurig, eher schon langweilig oder irgendwie ungemütlich. Grau in Grau ist meistens auch das Wetter. Dazu passt die graue Asche - ein Tag, den man gern hinter sich lässt. Ob man damit auch seiner grauen Stimmung entkommen ist? Oder ob sie einen doch zu unrechter Zeit wieder einholt? Diesen Fragen sollte man sich stellen, wenn einem an seinem seelischen Wohlbefinden etwas gelegen ist. Nach altem Ritus wird heute den Gläubigen Asche in Form eines Kreuzes auf das Haupt gestreut. Der begleitende Text lautet: „Bedenke Mensch: Staub bist du und zum Staub kehrst du zurück!"

Nur Angst oder  reine Freude!

Zweifellos eine sehr deutliche Sprache: Aber wer lässt sich gern mit dieser Seite des Lebens konfrontieren? Mit der Tatsache, dass von jedem von uns - je nach Bestattungsart - nur ein Häuflein Erde oder Asche zurück bleibt! Bei manchen mag die Vorstellung vom düsteren Bußprediger auftauchen, von Angstmacherei mit Tod und Hölle, von Lebensverneinung und Lebensfeindlichkeit! Nun ist aber die Konfrontation mit dem Tod keine Erfindung der Kirche. Der amerikanische Autor Carlos Castaneda erzählt in seinen Büchern, die vor 50 Jahren von jungen Leuten geradezu verschlungen wurden, von seinen Erfahrungen mit einem alten indigenen Schamanen in Mexiko. Dieser ist nicht nur Vertreter einer uralten Kultur, vielmehr noch Meister eines spirituellen Innenweges. Sehr beeindruckend ist eine Szene, wo der Meister Don Juan, seinen Schüler wie in einem Psychodrama in eine Art Todesbegegnung hineintreibt. Das Ergebnis ist allerdings nicht eine Depression, sondern genau das Gegenteil: nach dem Durchgang durch die Angst, nach dem Zittern und Beben ist auch die trübe Stimmung des Schülers verflogen. Ein unsagbar frohmachendes Gefühl breitet sich aus. „Irgendwie hatte er mich dazu gebracht, ein altes Gefühl wieder zu beleben, etwas, das ich völlig vergessen hatte, die reine Freude, sich einfach umher zubewegen, ohne damit einen intellektuellen Zweck zu verfolgen", schreibt der Lehrling aus der amerikanischen Großstadt.

Frag den  Tod!

Es lohnt sich, einige Sätze des alten Indianers zum Thema Tod zu hören: „Was du tun musst, wenn du ungeduldig bist, ist dies: Wende dich nach links und frag deinen Tod um Rat. Ungeheuer viel Belangloses fällt von dir ab, wenn dein Tod dir ein Zeichen gibt". Der Tod als Trennlinie zwischen Wichtigem und Belanglosem, zwischen Wertvollem und Wertlosem ist die Überzeugung des Meisters. Ein Leben, ohne zugleich die Nähe des Todes zu spüren, nennt der alte Indianer oberflächlich und banal. „Wichtig ist, was ich hier und jetzt spüre: ob ich hohl und langweilig bin oder ob ich die Ewigkeit berühre.......Der Tod gibt die letzte Prägung, und was vom Tod geprägt wird, verwandelt sich in wirkliche Kraft."

Worte, die das Herz berühren

Es sind Sätze, die für uns recht ungewohnt, fast unglaublich klingen und uns doch in der Tiefe der Seele berühren. Umhergehen und die reine Freude empfinden, die Ewigkeit spüren anstatt, hohl und langweilig zu sein! Es ist eine Weise zu existieren, die dem geschenkt wird, der sich auf die Suche nach der spirituellen Kraft - wir sagen nach Gott - einlässt, und es riskiert, sich den Dunkelheiten des Lebens zu stellen.

Krankheit, Leid und Tod sind die Ereignisse, die wir uns am allerwenigsten wünschen, um die wir aber in unserem Leben nicht herumkommen. Entscheidend ist, ob wir vor dem Unausweichlichen davonlaufen und so tun, als ob es nicht existierte oder ob wir der Wahrheit ins Auge schauen! Dann wird sie eine Wahrheit für uns nicht gegen uns sein. Es wird Energie freigesetzt für ein Leben mit Sinn und Dichte. Wir dürfen annehmen, dass der Apostel Paulus diese Erfahrung meint, wenn er schreibt. „Wir aber verkünden Christus, den Gekreuzigten... Christus als Gottes Kraft und Gottes Weisheit"(1 Kor 1,24).

Die Rückseite des Lebens

Zurück zum Aschenkreuz am heutigen Tag! Nach dem Gesagten geht es nicht um eine Eintrübung unserer Lebensfreude, wohl aber um die Konfrontation mit der Rückseite unseres Lebenshauses, mit Angst, Einsamkeit und Tod. Das Missverständnis ist, als ob wir darin verharren müssten. In Wirklichkeit werden wir eingeladen, aus den Kreuzungspunkten unseres Schicksals, in denen wir mit Trauer, Zorn und Niedergeschlagenheit steckengeblieben sind, herauszukommen. In den Ursprüngen des Christentums eröffnete der Ritus des Aschermittwochs diesen Entwicklungsweg. In der kirchlichen Sprache steht dafür das Wort Buße - österliche Bußzeit. Der unangenehme Klang, der davon ausgeht, beruht wieder auf einem Missverständnis: als ob man sich diese Zeit absichtlich schwer machen müsste, damit man sich dann umso mehr freuen könne.

Vom Belanglosen zum Wesentlichen

In Wirklichkeit kommt es darauf an, sich für den Prozess zu öffnen, der uns vom Belanglosen zum Wesentlichen, vom Rand in die Mitte, von tausend Ablenkungen zu dem hinführt, was uns unbedingt angeht. Das Ziel, das wir damit erreichen, haben viele Namen: Echtheit, existentielle Tiefe, Friede mit sich und seinem Schicksal, Versöhnung, Nähe zu Gott und den Menschen - oder einfach die reine Freude, wie sie Castaneda beim alten Indianer gefunden hat.

Asche - das Ergebnis des Feuers

Noch einmal zur Asche! Sie ist das Symbol eines durch Feuer geläuterten Wesens. Niemand wird leugnen, dass Schmerzen wie Feuer brennen können. Wer eine schwere Lebenskrise durchgemacht hat, kann sagen: Es war wie ein Gang durch das Feuer. In den Zeiten, von denen die Hl. Schrift berichtet, setzten sich Menschen, die vom Leid überwältigt waren, in die Asche oder streuten sich diese aufs Haupt, um auszudrücken, dass sie mitten im Feuer des Schmerzes sind.Für die Heilung der Seele ist es wichtig, so die Erfahrung der Psychotherapie, den Schmerz zuzulassen und ihn in einer sicheren Begleitung anzunehmen. Ebenso weiß man um den Wert von wirksamen Trauerritualen. Eine durchgreifende und dauerhafte Wandlung eines Lebensschicksals beginnt nicht bei den guten Vorsätzen, sondern bei dem, worunter wir leiden.

Asche - das Endgültige,Echte, Unvergängliche! 

Die Asche ist das letzte, was von uns übrig bleibt, zugleich das, was endgültig, echt und unvergänglich ist. Sie ist das Sinnbild für das, was bei einem schmerzvollen Prozess der Wandlung heraus kommt. Es ist der neue, der geläuterte und gefestigte Mensch, von dem das Unwesentliche und Überflüssige abgefallen ist, der die zermürbenden Konflikte hinter sich gelassen hat und die reine Freude und die Hoffnung auf Unsterblichkeit wie einen Funken in der Asche in sich trägt.>

 

 


Fürbitten

Jesus Christus ist unser Friede und unsere Versöhnung. Zu ihm wollen wir beten:

Läutere deine Gläubigen, lass sie umkehren und Buße tun.

A.: Wir bitten dich, erhöre uns.

Heile die Welt von Sünde und Hass.

Erbarme dich aller, die aus Not und Bedrängnis um deine Hilfe flehen.

Gedenke aller, die in der Hoffnung auf dich entschlafen sind.

Allmächtiger Vater, du bist gnädig und voll Erbarmen. Komm uns zu Hilfe in diesen Tagen des Heils. Darum bitten wir durch Christus. unseren Herrn.

A.: Amen.

 

EUCHARISTIEFEIER

GABENGEBET

Herr, unser Gott,

zu Beginn der heiligen vierzig Tage

bringen wir dieses Opfer dar

und bitten dich:

Hilf uns, umzukehren

und Taten der Buße und der Liebe zu vollbringen,

damit wir unseren bösen Neigungen nicht nachgeben.

Reinige uns von Sünden und mache uns fähig,

das Gedächtnis des Leidens

unseres Herrn Jesus Christus

mit ganzer Hingabe zu begehen,

der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

Präfationen für die Fastenzeit

Kommunionvers

Ps 1, 2-3

Wer über die Weisung des Herrn nachsinnt bei Tag und Nacht,

bringt seine Frucht zur rechten Zeit.

SCHLUSSGEBET

Barmherziger Gott,

stärke uns durch dieses heilige Mahl,

damit wir fasten können, wie es dir gefällt,

und durch die Feier dieser Tage Heilung finden.

Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Die Segnung und Austeilung der Asche kann auch außerhalb der Messe stattfinden.

„Die Religionsgeschichte weist die Asche als Bild Vergänglichkeit und als Zeichen der Trauer und der Buße aus. Sich das Haupt mit Asche zu bestreuen galt nicht nur bei den Israeliten, sondern auch bei Ägyptern, Arabern und Griechen als ausdrucksvolle Gebärde der Klage. Von hier aus versteht man die altkirchliche Sitte, dass öffentliche Sünder im rauen Gewand und mit Asche bestreut ihre Bußzeit antraten. Man konnte sich für diese Sitte auf Gewohnheiten berufen, die mehrfach im Alten und Neuen Testament geschildert sind: Ps 102,10; Jes 58,5; Mt 11,21 u.a. Seit dem 7. Jahrhundert ist der Aschermittwoch als Tag der Bußeröffnung bezeugt. Von diesem Tag bis zum Gründonnerstag wurde von der eigentlichen Eucharistiefeier ausgeschlossen und mit schweren Bußleistungen belegt, wer eine Kapitalsünde begangen hatte. Damit waren wohl nicht nur Unzucht, Mord und Glaubensabfall gemeint, sondern alles, was heute noch beim Durchschnittsmenschen als auch subjektiv schweres Vergehen präsumiert werden kann ... Als die Einrichtung der öffentlichen Buße mehr und mehr an Bedeutung verlor und endlich ganz verschwand, blieb jene Zeremonie in ihrer Grundform als sinnvolle Einführung aller Gläubigen in die große Bußzeit der Kirche bestehen. Diese Übung hatte sich gewiss schon eine beträchtliche Zeit eingebürgert, als Papst Urban II. auf der Synode von Benevent 1091 es als eine Pflicht der Gläubigen bezeichnete, am Beginn der Fastenzeit sich in der Kirche mit Asche bestreuen zu lassen" (Alfons Auer).

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