11. Sonntag A 14.06.2026

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Eröffnungsvers Ps 27 (26), 7.9
Vernimm, o Herr, mein lautes Rufen, sei mir gnädig und erhöre mich.
Du bist meine Hilfe: Verstoß mich nicht,
verlass mich nicht, du Gott meines Heils!
Ehre sei Gott, S. 375 f.
Tagesgebet
Gott, du unsere Hoffnung und unsere Kraft, ohne dich vermögen wir nichts.
Steh uns mit deiner Gnade bei,
damit wir denken, reden und tun was dir gefällt.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
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Erste Lesung Ex 19, 2-6a

Ihr sollt mir als ein Königreich von Priestern und als ein heiliges Volk gehören
Lesung aus dem Buch Éxodus.
In jenen Tagen
2 kamen die Israeliten in die Wüste Sínai.
Sie schlugen in der Wüste das Lager auf.
Dort lagerte Israel gegenüber dem Berg.
3Mose stieg zu Gott hinauf.
Da rief ihm der Herr vom Berg her zu:
Das sollst du dem Haus Jakob sagen
und den Israeliten verkünden:
4Ihr habt gesehen, was ich den Ägyptern angetan habe,
wie ich euch auf Adlerflügeln getragen
und zu mir gebracht habe.
5Jetzt aber,
wenn ihr auf meine Stimme hört und meinen Bund haltet,
werdet ihr unter allen Völkern mein besonderes Eigentum sein.
Mir gehört die ganze Erde,
6aihr aber sollt mir als ein Königreich von Priestern
und als ein heiliges Volk gehören.


AntwortpsalmPs 100 (99), 1-3.4-5 (Kv: vgl. 3c)
Kv Wir sind das Volk des Herrn,GL 56, 1
die Herde seiner Weide. - Kv
1Jauchzt dem Herrn, alle Lande! /
2Dient dem Herrn mit Freude! *
Kommt vor sein Angesicht mit Jubel!
3Erkennt: Der Herr allein ist Gott. /
Er hat uns gemacht, wir sind sein Eigentum, *
sein Volk und die Herde seiner Weide. - (Kv)
4Kommt mit Dank durch seine Tore, /
mit Lobgesang in seine Höfe! *
Dankt ihm, preist seinen Namen!
5Denn der Herr ist gut, /
ewig währt seine Huld *
und von Geschlecht zu Geschlecht seine Treue. - Kv

Zweite Lesung Röm 5, 6-11

Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Rom.
Schwestern und Brüder!
6Christus ist,
als wir noch schwach waren,
für die zu dieser Zeit noch Gottlosen gestorben.
7Dabei wird nur schwerlich jemand für einen Gerechten sterben;
vielleicht wird er jedoch
für einen guten Menschen sein Leben wagen.
8Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin,
dass Christus für uns gestorben ist,
als wir noch Sünder waren.
9Nachdem wir jetzt
durch sein Blut gerecht gemacht sind,
werden wir durch ihn erst recht
vor dem Zorn gerettet werden.
10Da wir mit Gott versöhnt wurden durch den Tod seines Sohnes,
als wir noch Gottes Feinde waren,
werden wir erst recht, nachdem wir versöhnt sind,
gerettet werden durch sein Leben.
11Mehr noch,
ebenso rühmen wir uns Gottes
durch Jesus Christus, unseren Herrn,
durch den wir jetzt schon die Versöhnung empfangen haben.
Ruf vor dem Evangelium Vers: Mk 1, 15
Halleluja. Halleluja.
Das Reich Gottes ist nahe.
Kehrt um und glaubt an das Evangelium!
Halleluja.

Evangelium (Mt 9, 36 - 10, 8)

Jesus rief seine zwölf Jünger zu sich und sandte sie aus
Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.
In jener Zeit,
9, 36 als Jesus die vielen Menschen sah,
hatte er Mitleid mit ihnen;
denn sie waren müde und erschöpft
wie Schafe, die keinen Hirten haben.
37Da sagte er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß,
aber es gibt nur wenig Arbeiter.
38Bittet also den Herrn der Ernte,
Arbeiter für seine Ernte auszusenden!
10, 1Dann rief er seine zwölf Jünger zu sich
und gab ihnen die Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben
und alle Krankheiten und Leiden zu heilen.
2Die Namen der zwölf Apostel sind:
an erster Stelle Simon, genannt Petrus,
und sein Bruder Andreas,
dann Jakobus, der Sohn des Zebedäus,
und sein Bruder Johannes,
3Philíppus und Bartholomäus,
Thomas und Matthäus, der Zöllner,
Jakobus, der Sohn des Alphäus,
und Thaddäus,
4Simon Kananäus und Judas Iskáriot,
der ihn ausgeliefert hat.
5Diese Zwölf sandte Jesus aus
und gebot ihnen: Geht nicht den Weg zu den Heiden
und betretet keine Stadt der Samaríter,
6sondern geht zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel!
7Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe!
8Heilt Kranke,
weckt Tote auf,
macht Aussätzige rein,
treibt Dämonen aus!
Umsonst habt ihr empfangen,                                                                                                                                                                                                                                                                          umsonst sollt ihr geben

 

Der Himmel ist in dir

Es sind nun nicht ganz zweitausend Jahre, seit dem Jesus zum ersten Mal seine Apostel ausgesandt hat, den Menschen das Himmelreich zu verkünden. Was ist aus der Botschaft, die im Ursprung froh machend genannt wurde, geworden? Es sieht nicht danach aus, dass der christliche Glaube in unserem Land aufblüht, eher bemerken wir Abbau und Rückzug. Es sind die Kirchenaustritte jedes Jahr im Umfang einer Großstadt, Pfarreien werden zusammengelegt, Klöster geschlossen, die Kraft des Religiösen scheint erlahmt zu sein. Es würde nichts fehlen, wo Gott fehlt, stellt ein Theologe ernüchtert fest. Die Abkehr vom verkündeten und gelebten Christentum in den europäischen Ländern sollte Grund  sein, unseren Glauben zu überdenken und neu verstehen zu lernen. Denn die Frage brennt uns unter den Nägeln: Warum greift es so wenig, wenn in unseren Kirchen verkündet wird: „Das Himmelreich ist nahe!". Warum fühlen sich Menschen bei derselben Botschaft heute eher gelangweilt und reagieren mit Gleichgültigkeit?

Was ist das Himmelreich?

Als erstes gilt es  schauen, was im Ursprung mit dem „Himmelreich" gemeint ist. „Himmelreich" ist der andere Name für das „Reich Gottes", das Jesus verkündet. Auf die Frage, wo das Reich Gottes erkennbar ist, sagt er: „Das Reich Gottes ist in euch. (Lk17,21). Jahrhunderte später wird  der Mystiker Angelus Silesius sagen: Der Himmel ist in dir.!" Wie kaum auf einen anderen trifft dies auf Jesus zu.  Er stellt  das Reich Gottes  in seiner Person dar. Es ist nicht nur in dem, was er sagt, genauso in dem, wie er auftritt, wie er auf Menschen wirkt, welcheAusstrahlung  er verbreitet. Er ist häufig von Scharen von Menschen umgeben.. Nur ein kleiner Kreis in seiner Nähe konnte  verstehen, was er sagte.  Es gab ja noch keinen Lautsprecher. Es muss die Atmosphäre gewesen sein, die Menschen veranlasste, Tage bei ihm auszuharren und nicht einmal an das Essen zu denken. An einer Stelle nahe am See wollten ihn alle berühren und hätten ihn beinahe erdrückt, weil eine „Kraft von ihm ausging, die alle heilte" (Lk,6,19). In dieser Dichte darf man sich die  ganz persönlichen Begegnungen mit ihm vorstellen Jesus spricht vom Glauben und meint das, was sich  zwischen ihm und einem leidenden und bittenden Mensch ereignet.

Skandal und erlösende Szene

Es wird von einer Frau berichtet, die den schlechtesten Ruf an dem Ort hatte, die als „Sünderin" bezeichnet wird. Sie wagt es, in die Versammlung der führenden Religionspersonen als höchst ungebetener  Gast einzudringen und sich  vor die Füße Jesu zu werfen, diese sogar zu küssen und zu salben. Die höchst emotionale Seite der Szene zeigt sich schon zu Beginn, als sie weinte. Sie ist zutiefst erschüttert, alle Lasten ihres Lebens fallen ab. Es gibt Erfahrungen, die so überwältigend sind, dass man die Fassung verliert und Tränen wohltuend fließen. Eine solche war die Begegnung mit Jesus. Eine ähnliche Wirkung berichtet Blaise Pascal, ein Gelehrter des 17.Jahrhunderts von seiner Gotteserfahrung: „Feuer! Freude, Freude, Tränen der Freude. Nicht der Gott der Philosophen. der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, der Gott Jesu Christi!". Es sind auch Tränen der Freude, welche die Frau in der von Lukas geschilderten Szene vergießt.   Das erste Wort, das Blaise Pascal  sagt, heißt: Feuer! Das, was mit ihm geschieht, kann er nur mit diesem Wort ausdrücken, so gewaltig ist es. Eine solche Erfahrung lässt alle anderen Regungen, Impulse, Überlegungen verstummen. Dem Psychologen C.G.Jung sind existentielle Ereignisse dieser Art nicht unbekannt. Er selbst kennt solche, die einem die Sprache verschlagen. Wenn Menschen von einer Erfahrung berichten, die sie umgeworfen hat, die ihrem Leben eine völlig neue Richtung gab, was spricht dagegen, von der Ankunft des Reiches Gottes zu sprechen?

Entscheidungen des Herzens

Eine Entscheidung für die Botschaft Jesu liegt nicht in äußeren Erscheinungen und Fakten, sondern in den tieferen Schichten der Seele, im „Herzen", dort, wo Menschen zutiefst berührt sind. Die Pfingstrede des Petrus endet mit der Feststellung des Verfassers: „Da schnitt es ihnen ins Herz" (Ap2, 37). Es waren drei Tausend, bei denen sich dies ereignet hat. Ähnliches können wir auch bei spirituellen Erscheinungen außerhalb des theologischen und kirchlichen Rahmens beobachten. Auf einem Kongress zu diesem Thema konnte man Personen antreffen, die mit höchstem Ernst nach Vertiefung ihres Lebens suchen, die Gespür für echte spirituelle Werte zeigen. Man nahm eine wohltuende Atmosphäre von Dichte, Freiheit und Offenheit wahr. Dabei mag es überraschen, dass der einladende Arzt, Leiter einer psychosomatischen Klinik und zugleich ein höchst innerlicher Mensch, sich offen zum Buddhismus bekennt.

Wahrheit aus der Stille

"Der Feind sagt uns die Wahrheit", sagt Dalai Lama, der geistige und politische Führer Tibets, welcher in der Öffentlichkeit großes Vertrauen genießt. Es wäre klug, seinen Rat zu befolgen und zu berücksichtigen, was bei den besagten religiösen Aufbrüchen anziehend und wertvoll ist. Es ist die Kraft der Stille, welche spirituelle Ergriffenheit ermöglicht, eine Dimension der menschlichen Erfahrung, die man in jüngster Zeit in therapeutischen Kreisen wieder entdeckt hat. Auf jener war kein Wort von der frohen Botschaft Jesu gefallen und trotzdem: Was hindert uns, hier echte christliche Werte zu erkennen und anzunehmen, dass sich etwas von der Absicht Jesu ereignet hat? "In der Stille und im Vertrauen liegt eure Kraft"(Jes 30,15), wird im kirchlichen Abendgebet rezitiert. Jesus selbst hat sich nach einem anstrengenden Tag in die Einsamkeit zurückgezogen, um Kraft zu schöpfen.Wir werden durch die Suchbewegungen von außen angemahnt, die reiche Kultur der Stille im christlichen Raum neu aufleben zu lassen und darin eine große Chance zu sehen. 


Glaubensbekenntnis, S. 378 ff.
Fürbitten vgl. S. 810 ff.
Gabengebet
Herr, durch diese Gaben
nährst du den ganzen Menschen:
du gibst dem irdischen Leben Nahrung
und dem Leben der Gnade Wachstum.
Lass uns daraus immer neue Kraft schöpfen
für Seele und Leib.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Präfation, S. 431 ff.
KommunionversPs 27 (26), 4
Nur eines erbitte ich mir vom Herrn, danach verlangt mich:
im Haus des Herrn zu wohnen alle Tage meines Lebens.
Oder:Joh 17, 11
Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, die du mir gegeben hast,
damit sie eins sind wie wir.
Schlussgebet
Herr, unser Gott, das heilige Mahl ist ein sichtbares Zeichen,
dass deine Gläubigen in dir eins sind.
Lass diese Feier wirksam werden
für die Einheit der Kirche.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Für den Tag und die Woche
Wer sich von der Stimme Gottes hat anziehen lassen und sich in die Nachfolge Jesu begeben hat, entdeckt sehr bald in seinem Inneren den ununterdrückbaren Wunsch, die Frohe Botschaft durch Evangelisierung und den Dienst der Nächstenliebe zu den Brüdern und Schwestern zu bringen. Alle Christen sind als Missionare des Evangeliums eingesetzt! Denn der Jünger empfängt das Geschenk der Liebe Gottes nicht zum privaten Trost. Er ist nicht gerufen, sich selbst zu bringen oder die Interessen einer Firma zu vertreten. Er wird ganz einfach von der Freude, sich von Gott geliebt zu wissen, berührt und verwandelt, und er kann diese Erfahrung nicht nur für sich behalten: „Die Freude aus dem Evangelium, die das Leben der Gemeinschaft der Jünger erfüllt, ist eine missionarische Freude" (Evangelii gaudium 21). (Papst Fanziskus)
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