. Sonntag im Jahreskreis A 18.01.2025

..
Eröffnungsvers
Ps 66 (65), 4
Alle Welt bete dich an, o Gott, und singe dein Lob,
sie lobsinge deinem Namen, du Allerhöchster.
Ehre sei Gott
Tagesgebet
Allmächtiger Gott,
du gebietest über Himmel und Erde,
du hast Macht über die Herzen der Menschen.
Darum kommen wir voll Vertrauen zu dir;
stärke alle die sich um die Gerechtigkeit mühen,
und schenke unserer Zeit deinen Frieden.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Erste Lesung Jes 49, 3.5-6

Ich mache dich zum Licht für die Völker
Lesung aus dem Buch Jesaja
3Der Herr sagte zu mir: Du bist mein Knecht, Israel, an dem ich meine Herrlichkeit zeigen will.
5Jetzt hat der Herr gesprochen, der mich schon im Mutterleib zu seinem Knecht gemacht hat, damit ich Jakob zu ihm heimführe und Israel bei ihm versammle. So wurde ich in den Augen des Herrn geehrt, und mein Gott war meine Stärke.
6Und er sagte: Es ist zu wenig, dass du mein Knecht bist, nur um die Stämme Jakobs wieder aufzurichten und die Verschonten Israels heimzuführen. Ich mache dich zum Licht für die Völker, damit mein Heil bis an das Ende der Erde reicht.
Antwortpsalm  
Ps 40 (39), 2 u. 4ab.7-8.9-10 (R: vgl. 8a.9a)                                                                                                                                                                            R Mein Gott, ich komme; (GL neu 48,1)                                                                                                                                                                                 deinen Willen zu tun macht mir Freude. - R  

2 Ich hoffte, ja ich hoffte auf den Herrn.
I. Ton  
Da neigte er sich mir zu und hörte mein Schreien.
4ab Er legte mir ein neues Lied in den Mund,
einen Lobgesang auf ihn, unsern Gott. - (R)
7 An Schlacht- und Speiseopfern hast du kein Gefallen,
Brand- und Sündopfer forderst du nicht.
Doch das Gehör hast du mir eingepflanzt;
8 darum sage ich: Ja ich komme.
In dieser Schriftrolle steht, was an mir geschehen ist. - (R)
9 Deinen Willen zu tun, mein Gott, macht mir Freude,
deine Weisung trag‘ ich im Herzen.
10 Gerechtigkeit verkünde ich in großer Gemeinde,
meine Lippen verschließe ich nicht; Herr, du weißt es. - R

ZWEITE Lesung 1 Kor 1, 1-3

Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus
Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Korinther
1Paulus, durch Gottes Willen berufener Apostel Christi Jesu, und der Bruder Sosthenes
2an die Kirche Gottes, die in Korinth ist, - an die Geheiligten in Christus Jesus, berufen als Heilige mit allen, die den Namen Jesu Christi, unseres Herrn, überall anrufen, bei ihnen und bei uns.
3Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus.
 
Ruf vor dem Evangelium
Vers: Joh 1, 14a.12a
Halleluja. Halleluja.
Das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.
Allen, die ihn aufnahmen,
gab er Macht, Kinder Gottes zu werden.
Halleluja.

Evangelium Joh 1, 29-34

Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt
+ Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes
In jener Zeit
29sah Johannes der Täufer Jesus auf sich zukommen und sagte: Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt.
30Er ist es, von dem ich gesagt habe: Nach mir kommt ein Mann, der mir voraus ist, weil er vor mir war.
31Auch ich kannte ihn nicht; aber ich bin gekommen und taufe mit Wasser, um Israel mit ihm bekannt zu machen.
32Und Johannes bezeugte: Ich sah. dass der Geist vom Himmel herabkam wie eine Taube und auf ihm blieb.
33Auch ich kannte ihn nicht; aber er, der mich gesandt hat, mit Wasser zu taufen, er hat mir gesagt: Auf wen du den Geist herabkommen siehst und auf wem er bleibt, der ist es, der mit dem Heiligen Geist tauft.
34Das habe ich gesehen. und ich bezeuge: Er ist der Sohn Gottes.

Wer ist Jesus? Wer bin ich?

Die großen Feiertage sind vorbei. Wir haben viel von Jesus gehört. Wir sollten uns ehrlich fragen: Wissen wir jetzt mehr von ihm? Verstehen wir ihn jetzt besser?
Die Frage, wer Jesus ist, wird im vorliegenden Text eindeutig beantwortet: Er ist der Sohn Gottes! Aber damit ist die Frage noch lange nicht gelöst. Sie wirft einen neuen Zweifel auf: Wissen wir, wer Gott ist? Darüber gehen die Vorstellungen weit auseinander. Es werden uns von den Theologen Antworten angeboten, die nicht greifen: zum Beispiel: er ist das letzte, absolute Prinzip, das personale Wesen, das in der Geschichte handelt. Vor Menschen, denen das Wort "Gott" nichts bedeutet, tun wir uns schwer, diesen Gott zu erklären, über ihn Auskunft zu geben. Wir tun sogar besser daran, diesen Versuch aufzugeben.

Das schönste, das wichtigste Erlebnis

Wir können uns nur darauf stützen, dass Menschen eine religiöse Erfahrung hatten. Man kann es nicht beweisen. Aber wer davon berührt wurde, stimmt dem zu, wenn gesagt wird: Es ist das schönste, kostbarste und wichtigste Erlebnis, das mein Leben seitdem geprägt hat. Wir können es nicht definieren; wir können nur sagen: "Es ist wie oder es hat zu tun mit"... Deshalb hat Jesus am liebsten in Bildern und Gleichnissen gesprochen, wenn er etwas vom Reich Gottes darlegen wollte. Vom Säen, Wachsen und Ernten, von der Kraft des Sauerteigs, vom Schatz im Acker, von der kostbaren Perle. Nehmen wir diese Bilder ernst, wird ihn uns etwas wach. Wir werden angeregt, sie nachzuempfinden. Dazu sei die vielfach bekannte Gotteserfahrung des französischen Philosophen Blaise Pascal zitiert. Es war ein Ereignis, das er nie mehr vergessen konnte, das er als die kostbarste Erkenntnis seines Lebens auf einem Pergament festgehalten und in seine Kleider eingenäht hat. Es beginnt mit dem Wort: "Feuer! Gewissheit, Freude, Tränen der Freude. Nicht der Gott der Philosophen. Gott Abrahams, Gott Isaaks, Gott Jakobs. Gott Jesu Christi, wie er im Evangelium gelehrt wird"

Beweis überflüssig

. Der Philosoph war überwältigt, erschüttert, überzeugt. Seitdem wusste er mehr von Gott. Es muss etwas gewesen sein, das in ihm wie Feuer gebrannt hat, eine Energie und Kraft, die ihm bisher fremd war. Es bedurfte keiner Beweise und keines Nachdenkens mehr! Ähnliches könnte sich bei Menschen ereignet haben, die Jesus begegnet sind. Sie waren hingerissen, fasziniert von dem, was Jesus sagte, wie er es sagte, wie er war. Einer von ihnen ist dieser Johannes, der zur Bußtaufe aufgerufen hatte und Jesus kam zu ihm. Als Johannes sagt: "Er ist der Sohn Gottes!"(Joh1,34) steht dahinter eine Geschichte. Es ist etwas geschehen, das der Mann aus der Wüste mit den Worten ausdrückt: Ich sah. dass der Geist vom Himmel herabkam wie eine Taube und auf ihm blieb(Joh 1,32).

Die Ausstrahlung Jesu
Wir können uns vorstellen: Johannes hat bei Jesus die Nähe Gottes gespürt. Man darf annehmen, dass der Mann aus der Wüste selbst erfahren hatte, was es heißt, Gott nahe zu sein. Er war für die Ausstrahlung Jesu sensibilisiert. Das Lukasevangelium berichtet, dass die beiden verwandt waren und dass der spätere Bußprediger schon als Kind im Mutterleib die Gegenwart des Gottgesandten wahrgenommen hat. Offensichtlich will der Schriftsteller die Seelenverwandtschaft der beiden darstellen. Was hier als Begegnung zwischen den großen Gestalten geschildert wird, ist nach unserem Verständnis die Atmosphäre, die von Jesus ausgeht und in die Johannes eingetaucht wird. Das ist es wohl, was mit dem rätselhaften Wort gemeint sein kann: "Der ist es, der mit dem Heiligen Geist tauft"(Joh1,33).

Die Angst ist verschwunden
Für den Verfasser des Textes steht die Tauferfahrung der ersten Christen als das wichtigste Ereignis ihres Lebens im Mittelpunkt. Es muss so etwas gewesen sein wie das Erlebnis eines Blaise Pascal: mitten im Feuer zu sein und doch nicht zu verbrennen, an dem Punkt in sich selbst zu sein, wo alles ein endgültiges Ja zu allem wird, Gewissheit, Zustimmung und Dankbarkeit. Eine Frau berichtet darüber mit den Worten : Kopf und Herz sind mit dem tiefsten Grund verbunden, die alten, ungelösten Konflikte sind wie abgefallen; sie quälen nicht mehr; stattdessen sind innere Frische und Kraft, absolute Furchtlosigkeit und Freiheit zu spüren. Die Angst, die früher so vieles blockiert hat, ist verschwunden.
Am Anfang des Evangeliums steht der Satz vom "Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinweg nimmt". Wir hören ihn jeden Tag in der Liturgie und er bleibt doch so leer. Wer hat je darüber nachgedacht?

Uns selbst verstehen - Gott verstehen


Verstehen wir das Wort auf dem Hintergrund dessen, was über die Atmosphäre zwischen Jesus und Johannes gesagt wurde, dann ist das Hinwegnehmen der Sünde nur die andere Seite der Taufe mit Heiligem Geist. Jesus hat nicht erst durch seinen Tod Menschen von der Sünde befreit. Wir lesen im Lukasevangelium, dass eine als Sünderin bekannte Frau in der Nähe Jesu vor Glück weinte und ein geiziger Zöllner nach dem Mahl mit Jesus die Hälfte seines Vermögens verschenkt und dies aus absoluter Freude. Der Ausdruck „ Vergebung der Sünden" erklärt sich in diesem Zusammenhang von selbst.
Am Anfang stand die Frage: Wer ist Jesus? Wir können nur verstehen, wer Jesus ist, wenn wir konsequent der Frage nachgehen: Wer bin ich? Nicht theologische Erklärungen, erst die Auseinandersetzung mit uns selbst bringt uns ein tieferes Verständnis für die so schwierig gewordenen Worte „Gott, Sünde, Vergebung", öffnet den Raum Gottes in uns und entwickelt das Organ, um wie Johannes Jesus zu erkennen.

 
Glaubensbekenntnis
Fürbitten: Im Jahreskreis
Zur Eucharistiefeier Jesus ist der „Knecht" Gottes und das Lamm Gottes. Wir sind zu seinem Mahl geladen (Offb 19,9). Auch wir bezeugen: Er ist der Erwählte Gottes, der Sohn Gottes.
Gabengebet
Herr,
gib, dass wir das Geheimnis des Altares
ehrfürchtig feiern;
denn sooft wir
die Gedächtnisfeier dieses Opfers begehen,
vollzieht sich an uns das Werk der Erlösung.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Präfationen für die Sonntage im Jahreskreis
Kommunionvers
Ps 23 (22), 5
Herr, du deckst mir den Tisch vor den Augen meiner Feinde.
Du füllst mir reichlich den Becher.
Oder:
1 Joh 4, 16
Wir haben die Liebe erkannt und an die Liebe geglaubt,
die Gott zu uns hat.
SCHLUSSGEBET
Barmherziger Gott,
du hast uns alle
mit dem einen Brot des Himmels gestärkt.
Erfülle uns mit dem Geist deiner Liebe,
damit wir ein Herz und eine Seele werden.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
FÜR DEN TAG UND DIE WOCHE

Array