PFINGSTEN 24.05.2026
Hochfest
Eröffnungsvers
Vgl. Weish 1,7
Der Geist des Herrn erfüllt den Erdkreis.
In ihm hat alles Bestand.
Nichts bleibt verborgen vor ihm. Halleluja.
Oder:
Röm 5, 5
Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen
durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist. Halleluja.
Ehre sei Gott
TAGESGEBET
Allmächtiger, ewiger Gott,
durch das Geheimnis des heutigen Tages
heiligst du deine Kirche
in allen Völkern und Nationen.
Erfülle die ganze Welt
mit den Gaben des Heiligen Geistes,
und was deine Liebe
am Anfang der Kirche gewirkt hat,
das wirke sie auch heute
in den Herzen aller, die an dich glauben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
Erste Lesung Apg 2, 1-11
Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen zu reden
Lesung aus Apostelgeschichte
1Als der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort.
2Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren.
3Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder.
4Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab.
5In Jerusalem aber wohnten Juden, fromme Männer aus allen Völkern unter dem Himmel.
6Als sich das Getöse erhob, strömte die Menge zusammen und war ganz bestürzt; denn jeder hörte sie in seiner Sprache reden.
7Sie gerieten außer sich vor Staunen und sagten: Sind das nicht alles Galiläer, die hier reden?
8Wieso kann sie jeder von uns in seiner Muttersprache hören:
9Parther, Meder und Elamiter, Bewohner von Mesopotamien, Judäa und Kappadozien, von Pontus und der Provinz Asien,
10von Phrygien und Pamphylien, von Ägypten und dem Gebiet Libyens nach Zyrene hin, auch die Römer, die sich hier aufhalten,
11Juden und Proselyten, Kreter und Araber, wir hören sie in unseren Sprachen Gottes große Taten verkünden.
Antwortpsalm
Ps 104 (103), 1-2.24-25.29-30.31 u. 34 (R: vgl. 30)
R Sende aus deinen Geist,
(GL neu 645,3)
und das Antlitz der Erde wird neu. - R
Oder: Halleluja. - R
1 Lobe den Herrn, meine Seele!
IV. Ton
Herr mein Gott, wie groß bist du!
Du bist mit Hoheit und Pracht bekleidet.
2 Du hüllst dich in Licht wie in ein Kleid,
du spannst den Himmel aus wie ein Zelt. - (R)
24 Herr, wie zahlreich sind deine Werke!
Mit Weisheit hast du sie alle gemacht,
die Erde ist voll von deinen Geschöpfen.
25 Da ist das Meer, so groß und weit,
darin ein Gewimmel ohne Zahl: kleine und große Tiere. - (R)
29 Verbirgst du dein Gesicht, sind sie verstört;
nimmst du ihnen den Atem, so schwinden sie hin
und kehren zurück zum Staub der Erde.
30 Sendest du deinen Geist aus, so werden sie alle erschaffen,
und du erneuerst das Antlitz der Erde. - (R)
31 Ewig währe die Herrlichkeit des Herrn;
der Herr freue sich seiner Werke.
34 Möge ihm mein Dichten gefallen.
Ich will mich freuen am Herrn.
R Sende aus deinen Geist,
und das Antlitz der Erde wird neu.
Oder: Halleluja.
Zur 2. Lesung
Im Bekenntnis „Jesus ist der Herr" hat die Jüngergemeinde ihren Glauben an die Auferstehung Jesu und an seine Erhöhung an die Seite des Vaters ausgesprochen (vgl. Phil 2,9-11). Es ist der eine Geist Christi, der in der Kirche die Vielheit der Gaben und Dienste bewirkt und der die Einheit des Glaubens und des Bekenntnisses schafft.
ZWEITE Lesung
1 Kor 12, 3b-7.12-13
Durch den einen Geist wurden wir in der Taufe alle in einen einzigen Leib aufgenommen
Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Korinther
Brüder!
3bKeiner kann sagen: Jesus ist der Herr!, wenn er nicht aus dem Heiligen Geist redet.
4Es gibt verschiedene Gnadengaben, aber nur den einen Geist.
5Es gibt verschiedene Dienste, aber nur den einen Herrn.
6Es gibt verschiedene Kräfte, die wirken, aber nur den einen Gott: Er bewirkt alles in allen.
7Jedem aber wird die Offenbarung des Geistes geschenkt, damit sie anderen nützt.
12Denn wie der Leib eine Einheit ist, doch viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obgleich es viele sind, einen einzigen Leib bilden: so ist es auch mit Christus.
13Durch den einen Geist wurden wir in der Taufe alle in einen einzigen Leib aufgenommen, Juden und Griechen, Sklaven und Freie; und alle wurden wir mit dem einen Geist getränkt.
SEQUENZ*
Komm herab, o Heil‘ger Geist, / der die finstre Nacht zerreißt, / strahle Licht in diese Welt.
Komm, der alle Armen liebt, / komm, der gute Gaben gibt, / komm, der jedes Herz erhellt.
Höchster Tröster in der Zeit, / Gast, der Herz und Sinn erfreut, / köstlich Labsal in der Not,
in der Unrast schenkst du Ruh, / hauchst in Hitze Kühlung zu, / spendest Trost in Leid und Tod.
Komm, o du glückselig Licht, / fülle Herz und Angesicht, / dring bis auf der Seele Grund.
Ohne dein lebendig Wehn / kann im Menschen nichts bestehn, / kann nichts heil sein noch gesund.
Was befleckt ist, wasche rein, / Dürrem gieße Leben ein, / heile du, wo Krankheit quält.
Wärme du, was kalt und hart, / löse, was in sich erstarrt, / lenke, was den Weg verfehlt.
Gib dem Volk, das dir vertraut, / das auf deine Hilfe baut, / deine Gaben zum Geleit.
Lass es in der Zeit bestehn, / deines Heils Vollendung sehn / und der Freuden Ewigkeit.
RUF VOR DEM EVANGELIUM
Zum Vers Komm, Heiliger Geist ... knien alle
Halleluja. Halleluja.
Komm, Heiliger Geist,
erfülle die Herzen deiner Gläubigen,
und entzünde in ihnen das Feuer deiner Liebe!
Halleluja.
Evangelium Joh 20, 19-23
Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch: Empfangt den Heiligen Geist
+ Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes
19Am Abend des ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen hatten, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch!
20Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, dass sie den Herrn sahen.
21Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.
22Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist!
23Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert.
Das Erntefest Jesu
Das Pfingstfest - der Name kommt von pentekostä, der fünfzigste Tag - ist älter als das Christentum. Es war das jüdische Erntefest. Als solches dürfen wir es auch im christlichen Bereich betrachten. Es ist die Ernte des Lebens Jesu, das sehr kurz war und doch so fruchtbar. Sein Sterben hat eine neue Welt geöffnet, die andere Dimensionen hat, einerseits so fremd und unbegreiflich, andererseits so nah, wie uns kein Mensch sein kann.
Fangen wir an mit dem, was uns Schwierigkeiten macht.
Nicht Herr im eigenen Haus
Der Text des Evangeliums beginnt mit der Angst der Apostel und den verschlossenen Türen, ein Bild für den inneren Zustand, für die Barrieren, die uns voneinander und vom Inhalt des heutigen Festes trennen. Es ist hilfreich, einmal an diesen verschlossenen Raum in uns selbst zu denken. Wir kommen dann auf eine Wahrheit, die unseren Alltag betrifft. Es wird schwer im Umgang miteinander, wenn man auf verschlossene Gesichter trifft, wenn das Gespräch stockt und man nur mühsam das Allernötigste sagen kann einfach deshalb, weil die inneren Räume zu eng, weil Angst und Misstrauen mächtiger sind.
Wir sind nicht Herr im eigenen Haus, sagte der Entdecker des Unbewussten Sigmund Freud. Er meint jenen Teil unserer Seele, der schon da ist, noch bevor wir zu denken beginnen, von dem unsere Wünsche und Erwartungen, unsere Zuneigung und Abneigung, unsere Sympathien und Antipathien ausgehen. Die Hl. Schrift kennt Mächte und Gewalten, welche die Lüfte beherrschen. Gemeint sind jene Kräfte in uns selbst und in der Außenwelt, über die wir nicht verfügen, die aber unsere Freiheit gewaltig einschränken. Damit stehen die geistige und emotionale Atmosphäre am Arbeitsplatz, in der Familie, in der Öffentlichkeit, in engstem Zusammenhang.
Der Herr im verschlossenen Raum
Eines sollte uns deutlich werden: Wir bräuchten eine geistige Kraft, die auch Gefühle und Stimmungen wieder in Ordnung bringt, die das vollbringt, was wir selbst nicht können: Verstehen und Versöhnen, Nähe und Vertrauen, einen Raum der Freiheit, der uns atmen lässt.
Der Text des heutigen Festes sagt uns: Der Auferstandene tritt in diesen verschlossenen Raum ein, dort, wo sich Gelingen oder Nichtgelingen entscheidet. Sein Gruß „Der Friede sei mit euch!" ist mehr als eine Konvention. Was Jesus wünscht, bewirkt er auch mit seiner Nähe. Er ist stärker als die Mächte, Stimmungen, Emotionen, Ängste, Befürchtungen, die unser Dasein belasten. Er ist größer als alles menschliche Schicksal. Alle Wirkung und alle Ausstrahlung, die vom Auferstandenen ausgehen, ist in dem einen Begriff "Friede" enthalten.
Jesus tritt in unseren Lebensraum ein als die Kraft, die unseren Blick, unsere Wertvorstellungen, unsere Gewohnheiten verändert.
Die Kraft, welche die Freiheit schenkt
Wir dürfen an die Menschen denken, die Jesus noch vor seinem Tod begegnet sind und deren Leben sich total gewandelt hat: an die Fischer vom See, die alles hinter sich ließen, weil sie etwas einmalig Kostbares entdeckt hatten, an die Frau aus dem Ort Magdala, die aus der Hölle der Besessenheit befreit wurde, an den Aussätzigen, der wieder Mensch sein durfte. Wir dürfen annehmen, dass bei den intensiven Begegnungen mit Jesus jeweils etwas von seinem Geist übergesprungen ist. Mit anderen Worten: Sie wurden eingetaucht in die Atmosphäre, die Jesus um sich verbreitet hat. Dasselbe Wort wird auch verwendet für die Luft, die wir atmen, die Atmosphäre, jener Bereich um die Erde, der uns und allen Wesen das Leben garantiert. So ist es auch in den alten Sprachen, in denen dasselbe Wort für Geist, Atem, Hauch und Wind verwendet wird. Wenn wir uns noch genauer umschauen, finden wir noch viele Namen, die wir dem guten Geist zuschreiben dürfen.
Die Namen des Geistes
Er ist das gute Wort, das uns spontan für jemand einfällt, Das freundliche Gesicht, das uns anlacht,
und die leuchtenden Augen.
Er ist der Schwung bei der Arbeit,
die Ruhe in der Freizeit.
Er ist das Aufatmen nach schweren Stunden.
Er ist der gute Einfall, de uns selbst und anderen zur Hilfe wird.
Er ist das freundliche Licht, das die Herzen einander anziehend macht. Wir begreifen allmählich, wie wichtig dieser Geist und dieses Fest ist. Ohne ihn ist die Welt tot, leer und ausgetrocknet. Er ist es, der wachsen, blühen und reifen lässt. Wir wünschen uns gegenseitig an diesem hohen Tag, dass Jesus in die verschlossenen Räume der Herzen eintritt und seinen Geist wirken lässt. Credo Fürbitten Gabenbereitung
Allmächtiger Gott,
erfülle die Verheißung deines Sohnes:
Sende uns deinen Geist,
damit er uns in die volle Wahrheit einführt
und uns das Geheimnis dieses Opfers
immer mehr erschließt. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Präfation Die Vollendung des Ostergeschehens am Pfingsttag
In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, Herr, heiliger Vater, immer und überall zu danken und diesen Tag in festlicher Freude zu feiern. Denn heute hast du das österliche Heilswerk vollendet, heute hast du den Heiligen Geist gesandt über alle, die du mit Christus auferweckt und zu deinen Kindern berufen hast. Am Pfingsttag erfüllst du deine Kirche mit Leben: Dein Geist schenkt allen Völkern die Erkenntnis des lebendigen Gottes und vereint die vielen Sprachen im Bekenntnis des einen Glaubens. Darum preisen dich alle Völker auf dem Erdenrund in österlicher Freude. Darum rühmen dich die himmlischen Kräfte und die Mächte der Engel und singen das Lob deiner Herrlichkeit: Heilig ...
In den Hochgebeten I-III eigener Einschub
Kommunionvers Vgl. Apg 2, 4.11
Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und verkündeten Gottes große Taten. Halleluja.
SCHLUSSGEBET
Herr, unser Gott,
du hast deine Kirche
mit himmlischen Gaben beschenkt.
Erhalte ihr deine Gnade,
damit die Kraft aus der Höhe, der Heilige Geist,
in ihr weiterwirkt
und die geistliche Speise sie nährt
bis zur Vollendung.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Die Unruhe, Die beiden "Elemente", die in der Pfingstgeschichte als die Begleiterscheinungen und Symbole des Heiligen Geistes erscheinen, Sturmwind und Feuer, sind die unheimlichsten unter allen Elementen, und sie lassen nichts, was sie ergreifen, an seinem Ort und in seinem Zustand ... Wer an den Heiligen Geist als die schöpferische Aktivität Gottes glaubt und in diesem Glauben um das Kommen dieses Geistes bittet, der muss wissen, dass er damit die göttliche Störung herbeiruft und sich dafür offen hält, dass Gott ihn stört in seinem "Besitz", in seinen Gewohnheiten, auch seinen Denkgewohnheiten, wenn sie nicht mehr dafür taugen, ein Gefäß der heilsamen Unruhe und der aufregenden Wahrheit zu sein. Wer also bittet: "Komm, Heiliger Geist", muss auch bereit sein zu bitten: Komm und störe mich, wo ich gestört werden muss.