Dreifaltigkeitssonntag 31.05.2026
Hochfest
.
Eröffnungsvers
Gepriesen sei der dreieinige Gott:
der Vater und sein eingeborener Sohn
und der Heilige Geist;
denn er hat uns sein Erbarmen geschenkt.
Ehre sei Gott, S. 375 f.
Tagesgebet
Herr, himmlischer Vater, du hast dein Wort und deinen Geist
in die Welt gesandt,
um das Geheimnis des göttlichen Lebens
zu offenbaren.
Gib, dass wir im wahren Glauben
die Größe der göttlichen Dreifaltigkeit bekennen
und die Einheit der drei Personen
in ihrem machtvollen Wirken verehren.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
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Erste Lesung (Ex 34, 4b.5-6.8-9)
Der HERR ist der HERR, ein barmherziger und gnädiger Gott
Lesung aus dem Buch Éxodus.
In jenen Tagen
4b stand Mose früh am Morgen auf
und ging auf den Sínai hinauf,
wie es ihm der Herr aufgetragen hatte.
5Der Herr aber stieg in der Wolke herab
und stellte sich dort neben ihn hin.
Er rief den Namen des Herrn aus.
6Der Herr ging vor seinem Angesicht vorüber
und rief: Der Herr ist der Herr,
ein barmherziger und gnädiger Gott,
langmütig
und reich an Huld und Treue:
8Sofort verneigte sich Mose bis zur Erde
und warf sich zu Boden.
9Er sagte:
Wenn ich Gnade in deinen Augen gefunden habe, mein Herr,
dann ziehe doch, mein Herr, in unserer Mitte!
Weil es ein hartnäckiges Volk ist,
musst du uns unsere Schuld und Sünde vergeben
und uns dein Eigentum sein lassen!
AntwortpsalmDan 3, 52.53.54.55.56 (Kv: vgl. 52)
52Gepriesen bist du, Herr, du Gott unserer Väter. *GL 616, 3
Kv Gerühmt und verherrlicht in Ewigkeit.
53Gepriesen bist du im Tempel deiner heiligen Herrlichkeit. *
Kv Gerühmt und verherrlicht in Ewigkeit.
54Gepriesen bist du, der in die Tiefen schaut und auf Kérubim thront. *
Kv Gerühmt und verherrlicht in Ewigkeit.
55Gepriesen bist du auf dem Thron deiner Herrschaft. *
Kv Gerühmt und verherrlicht in Ewigkeit.
56Gepriesen bist du am Gewölbe des Himmels. *
Kv Gerühmt und verherrlicht in Ewigkeit.
Zweite Lesung (2Kor 13, 1-13)
Die Gnade des Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!
Lesung aus dem zweiten Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Korínth.
11Schwestern und Brüder,
freut euch,
kehrt zur Ordnung zurück,
lasst euch ermahnen,
seid eines Sinnes,
haltet Frieden!
Dann wird der Gott der Liebe und des Friedens mit euch sein.
12Grüßt einander mit dem heiligen Kuss!
Es grüßen euch alle Heiligen.
13Die Gnade des Herrn Jesus Christus
und die Liebe Gottes
und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes
sei mit euch allen!
Ruf vor dem EvangeliumVers: vgl. Offb 1, 8
Halleluja. Halleluja.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Ehre sei dem einen Gott,
der war und der ist und der kommen wird.
Halleluja.
8).
Evangelium (Joh 3, 16-18)
Gott hat seinen Sohn gesandt, damit die Welt durch ihn gerettet wird
Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.
16Gott hat die Welt so sehr geliebt,
dass er seinen einzigen Sohn hingab,
damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht,
sondern ewiges Leben hat.
17Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt,
damit er die Welt richtet,
sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird.
18Wer an ihn glaubt,
wird nicht gerichtet;
wer nicht glaubt, ist schon gerichtet,
weil er nicht an den Namen des einzigen Sohnes Gottes
geglaubt hat
Von Gott zu reden ist langweilig
oder faszinierend schön
„Von Gott zu reden ist gefährlich" hieß das Büchlein, mit dem die russische Schriftstellerin Tatjana Goritschewa vor 40 Jahren großes Aufsehen erregte. Es war faszinierend und beglückend zugleich mitzuerleben, wie sie in der damaligen Sowjetunion als überzeugte Atheistin zu Gott fand und welche Risiken sie dabei auf sich nahm. "Von Gott zu reden ist langweilig", sagt der größte Teil der Bevölkerung in unserem Land und meidet am Sonntag die Kirchen. Die russische Philosophin beweist, dass es auch anders sein kann. Wir, damit sind wir Theologen und alle Christen gemeint, müssen lernen, wie Jesus von Gott zu reden. Er sprach so von Gott, dass die Zuhörer aufhorchten, dass sie nach dem Gottesdienst zusammenstanden und einander fragten: Wer ist dieser? Und dass sie in Massen wiederkamen.
Die Kostbarkeit, für man alles gibt
Man darf sich vorstellen, Jesus spürt etwas in sich, das überwältigend schön und kostbar ist, ein Erfüllt sein, eine Freude und eine Güte, mit der er auf jedes Elend reagiert und jedem Menschen gut sein kann. Deshalb spricht er von der kostbaren Perle, für die ein Kaufmann sein Vermögen gibt, vom Schatz im Acker, für den ein Knecht alles verkauft, vom großzügigen Gutsherrn, der gegen jede Vernunft so großzügig dem letzten Arbeiter so viel gibt wie dem ersten. Ebenso dürfen wir an die Lilien des Feldes denken, die für ihn mehr bedeuten als das Märchenschloss eines orientalischen Königs. Damit verbindet sich seine innere Geradlinigkeit, sein entschiedener Sinn für das Echte und Aufrichtige und seine radikale Ablehnung von allem, was aufgesetzt und erstarrt ist, in allem ganz anders als die religiösen Führer seiner Zeit.
Der Himmel öffnet sich
Diese Einstellung ist nicht Ergebnis eines anstrengenden Studiums, von asketischen Übungen auch nicht von guten Vorsätzen. Sie ist nur zu verstehen, wenn wir auf die Grunderfahrung Jesu zurückgreifen. Als er von Johannes getauft wird und aus dem Wasser steigt, da öffnet sich für ihn der Himmel. Hier dürfen wir unserer Fantasie freien Lauf lassen und in unser eigenes Leben schauen. Der Himmel öffnet sich immer dann, wenn uns Augen entgegen leuchten, wenn uns ein Lächeln einlädt, wenn eine Nähe wahrnehmbar wird, wenn sich eine Atmosphäre aufbaut, die Liebe genannt werden kann. Dabei ist es immer so, dass wir das Schöne einer Situation nicht einfach herstellen können, sondern es ereignet sich ohne unser unmittelbares Dazutun. Es ist hier eine Macht am Werk außerhalb des Zugriffs unserer Berechnungen, Definitionen und Erklärungen. So dürfen wir es auch bei Jesus annehmen. Die Macht, die Jesus zu dem befähigt, worin wir ihn bewundern, nennt er „Vater." Er hört nach der Taufe das Wort: „Du bist mein geliebter Sohn. An dir habe ich mein Wohlgefallen."(Mk1,11). Es wird hier das intimste Geheimnis Gottes in einer dem Menschen nahen Sprache ausgedrückt.
Liebe wie zu den eigenen Kindern
Wer immer eigene Kinder hat, wird zustimmen, dass die zutiefst ergreifende, durchgehendste, nachhaltigste Liebe die zu den eigenem Kindern ist. Lebensgemeinschaften zerbrechen und deren Partner können einander vergessen. Aber Mutter und Vater ist man ein ganzes Leben lang. Eltern, die ein Kind verloren haben, tragen eine Wunde in sich, die nur schwer heilt. Jesus spricht denn auch diese Form der Liebe an, um das zu vermitteln, was ihn zu innerst bewegt. Wir kennen die Erzählung vom Vater, der bei der Heimkehr seines verlotterten Sohnes seinen Zorn und Ärger vergisst und nur noch vom Jubel erfasst ist. Erinnert sei auch an das Wort, mit dem Jesus zum vertrauensvollen Beten aufruft: "Wer von euch wird seinem Kind, wenn es um Brot bittet, einen Stein geben"(Mt7, 9). Den Zuhörern soll deutlich werden, dass sie im ganz gewöhnlichen Leben Bild Gottes sind, dass dieser Gott gegenwärtig ist in der Mühe und Sorge des Vaters und der Mutter.
Keine Lehre - Erfahrung!
Noch einmal soll herausgestellt sein: Was Jesus verkündet, ist keine Lehre, die er wie ein Gelehrter oder ein großer Philosoph frei ausgedacht hätte. Es ist der Ausdruck dessen, was er selbst erlebt hat und noch erlebt. Den Grund, aus dem er sein Fühlen und Denken, seine Lebenskraft und Visionen schöpft, nennt er den „Vater." Die Erfahrung am Jordan ist die gefühlte Übereinstimmung mit ihm, dem Urgrund. Sie wird sein ganz Eigenes. Sie bricht immer dann neu durch, wenn er sich in das Gebet vertieft. Dies bedeutet Jesus ist in dieser Stunde im Himmel. Und er gibt diesen Himmel weiter. Überall, wohin er kommt, entsteht eine Atmosphäre, wo Menschen aufatmen und neue Hoffnung schöpfen selbst die Verrufenen und Verachteten. Wer ihm begegnet und in seinen Erfahrungsraum eintritt, erhält denselben Blick für die Wirklichkeit, für die Menschen in ihrer Not und in ihren Möglichkeiten, dafür, was das Leben reich und kostbar macht.
Nachfolge: dasselbe wie Jesus
Wer ihm folgt, wird dasselbe tun wie Jesus selbst. Durch ihn wird sich auch der Himmel öffnen und es werden sich die Freude und die Zuversicht verbreiten, dass eine neue Welt im Entstehen ist. Die Kraft Jesu, die Menschen wandelt, wirkt von selbst weiter, verbreitet sich wie der Sauerteig und das Feuer. Sie bekommt eine eigene Dynamik, entsprechend dem griechischen Wort dynamis- Kraft, ein Wort, mit dem Jesus den Heiligen Geist verheißt. Wer ihm begegnet, wird wie von einem Sturm erschüttert und auch wiederum wie von einem Hauch sanft berührt. Er kommt dem nahe, was Jesus in sich trug: ein Erleben unsagbar kostbar und überwältigend schön.
Glaubensbekenntnis, S. 378 ff.
Fürbitten vgl. S. 816.
Gabengebet Gott, unser Vater, wir rufen deinen Namen an über Brot und Wein.
Heilige diese Gaben
und nimm mit ihnen auch uns an,
damit wir dir auf ewig gehören.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Präfation, S. 430 f.
KommunionversGal 4, 6
Weil ihr Söhne seid,
sandte Gott den Geist seines Sohnes in eure Herzen,
den Geist, der ruft: Abba, Vater.
Schlussgebet Herr, unser Gott, wir haben den Leib
und das Blut deines Sohnes empfangen.
Erhalte uns durch dieses Sakrament
im wahren Glauben und im Bekenntnis
des einen Gottes in drei Personen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Für den Tag und die Woche
Vater, Sohn und Heiliger Geist bilden eine vollkommene Einheit und wollen, dass auch die Menschen in der Kirche am göttlichen Leben und an der göttlichen Gemeinschaft Anteil haben. Die in Gott gegründete Gemeinschaft ist ein Geschenk der Liebe, die nach dem Beispiel Christi auch in unserem Leben sichtbar werden muss: „Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe" (vgl. Joh 15, 12). „Sie sollen eins sein, wie wir eins sind" (vgl. Joh 17, 22). Zu Recht erwarten die Menschen von uns Christen, dass wir in dieser Liebe leben, damit in einer Welt voller Konflikte und Spaltungen das Licht der Vergebung und der Gemeinschaft in Christus aufstrahle. (Benedikt XVI.)
Schott Tagesliturgie