13.Sonntag A 28.06,2026
Der Jünger Jesu ist kein Fanatiker. Er ist glücklich, weil er Jesus gefunden hat und er kann von ihm nicht schweigen, auch dann nicht, wenn er dadurch für andere Menschen, sogar für seine Freunde, ein Fremder wird. Wer zu ihm gut ist, dem wird Gott es danken.
EröffnungsversPs 47 (46), 2 Ihr Völker alle, klatscht in die Hände,
jauchzt Gott zu mit lautem Jubel. Ehre sei Gott, S. 375 f.
Tagesgebet
Gott, unser Vater, du hast uns in der Taufe
zu Kindern des Lichtes gemacht.
Lass nicht zu,
dass die Finsternis des Irrtums
über uns Macht gewinnt,
sondern hilf uns,
im Licht deiner Wahrheit zu bleiben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
Zur 1. Lesung Der Prophet Elischa (um 850 v. Chr.) war ein großer Wundertäter, vom Volk geehrt wie vor ihm Elija. Die Frau aus Schunem nahm ihn gerne als Gast auf, weil sie in ihm einen heiligen Gottesmann erkannte. Elischa war für diese Gastlichkeit dankbar und Gott segnete die Frau und ihren Mann, indem er ihren größten Wunsch erfüllte.
Erste Lesung2 Kön 4, 8-11.14-16a
Dieser Mann, der ständig bei uns vorbeikommt, ist ein heiliger Gottesmann
Lesung aus dem zweiten Buch der Könige.
8Eines Tages ging Elíscha nach Schunem.
Dort lebte eine vornehme Frau,
die ihn dringend bat, bei ihr zu essen.
Seither kehrte er zum Essen bei ihr ein, sooft er vorbeikam.
9Sie aber sagte zu ihrem Mann:
Ich weiß, dass dieser Mann, der ständig bei uns vorbeikommt,
ein heiliger Gottesmann ist.
10Wir wollen ein kleines, gemauertes Obergemach herrichten
und dort ein Bett, einen Tisch,
einen Stuhl und einen Leuchter für ihn bereitstellen.
Wenn er dann zu uns kommt,
kann er sich dorthin zurückziehen.
11Als Elíscha eines Tages wieder hinkam,
ging er in das Obergemach, um dort zu schlafen.
14Und als er seinen Diener Géhasi fragte,
was man für die Frau tun könne,
sagte Géhasi: Nun, sie hat keinen Sohn
und ihr Mann ist alt.
15Da befahl er: Ruf sie herein!
Er rief sie
und sie blieb in der Tür stehen.
16aDarauf versicherte ihr Elíscha:
Im nächsten Jahr um diese Zeit wirst du einen Sohn liebkosen.
AntwortpsalmPs 89 (88), 2-3.16-17.18-19 (Kv: 2a)
Kv Von der Huld des HerrnGL 657, 3
will ich ewig singen. - Kv
2Von der Huld des Herrn will ich ewig singen, *
von Geschlecht zu Geschlecht mit meinem Mund deine Treue verkünden.
3Denn ich bekenne: Auf ewig ist Huld gegründet, *
im Himmel deine Treue gefestigt. - (Kv)
16Selig das Volk, das den Jubelruf kennt, *
Herr, sie gehen im Licht deines Angesichts.
17Sie freuen sich allezeit über deinen Namen *
und sie jubeln über deine Gerechtigkeit. - (Kv)
18Denn du bist ihre Schönheit und Stärke, *
du erhöhst unsre Kraft in deiner Güte.
19Ja, dem Herrn gehört unser Schild, *
dem Heiligen Israels unser König. - Kv
Zur 2. Lesung Zwischen Tod und Herrlichkeit ist unser gegenwärtiges Leben gespannt. Wir sind getauft worden: Mit Christus sind wir durch den Tod hindurchgegangen, um als erlöste Menschen zu leben. Weil wir Gemeinschaft mit Christus haben, können wir „für Gott" leben: aus der Kraft seiner liebenden Gegenwart, als wahre und heile Menschen.
Zweite LesungRöm 6, 3-4.8-11
Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Rom.
Schwestern und Brüder!
3Wir, die wir auf Christus Jesus getauft wurden,
sind auf seinen Tod getauft worden.
4Wir wurden ja mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod,
damit auch wir, so wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters
von den Toten auferweckt wurde,
in der Wirklichkeit des neuen Lebens wandeln.
8Sind wir nun mit Christus gestorben,
so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden.
9Wir wissen,
dass Christus, von den Toten auferweckt, nicht mehr stirbt;
der Tod hat keine Macht mehr über ihn.
10Denn durch sein Sterben
ist er ein für alle Mal gestorben für die Sünde,
sein Leben aber lebt er für Gott.
11So begreift auch ihr euch als Menschen,
die für die Sünde tot sind,
aber für Gott leben in Christus Jesus.
Ruf vor dem EvangeliumVers: vgl. 1 Petr 2, 9
Halleluja. Halleluja.
Ihr seid ein auserwähltes Geschlecht,
eine königliche Priesterschaft, ein heiliger Stamm.
Verkündet die großen Taten Gottes,
der euch in sein wunderbares Licht gerufen hat.
Zum Evangelium
Nachfolge Jesu bedeutet bewusstes und intensives Leben, und eben darum auch: ständiges Abschiednehmen, ein Leben wie durch den Tod hindurch. - „Propheten" und „Gerechte" werden im Matthäusevangelium die Gottesmänner des Alten Bundes genannt. Ihnen werden die Jünger Jesu gleichgestellt; sie setzen die Sendung Jesu fort. Wer sie aufnimmt, dem wird Gott es danken.
Evangelium Mt 10, 37-42
Wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt, ist meiner nicht wert. - Wer euch aufnimmt, nimmt mich auf
Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Aposteln:
37Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich,
ist meiner nicht wert,
und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich,
ist meiner nicht wert.
38Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt,
ist meiner nicht wert.
39Wer das Leben findet,
wird es verlieren;
wer aber das Leben um meinetwillen verliert,
wird es finden.
40Wer euch aufnimmt,
der nimmt mich auf,
und wer mich aufnimmt,
nimmt den auf, der mich gesandt hat.
41Wer einen Propheten aufnimmt, weil es ein Prophet ist,
wird den Lohn eines Propheten erhalten.
Wer einen Gerechten aufnimmt, weil es ein Gerechter ist,
wird den Lohn eines Gerechten erhalten.
42Und wer einem von diesen Kleinen
auch nur einen Becher frisches Wasser zu trinken gibt,
weil es ein Jünger ist -
Amen, ich sage euch:
Er wird gewiss nicht um seinen Lohn kommen.
„Sie verstanden ihn nicht mehr"
Wir kennen die Szene, in welcher der hl. Franziskus seinem Vater mit dem Geld auch die Kleider hinwirft und von nun an nicht mehr „Vater Bernardone" sagt, sondern „Vater im Himmel". Vorausgeht der Versuch des Vaters, seinen Sohn von seinen irrigen Ideen abzubringen. Der Schreiber und der Leser sind selbstverständlich auf der Seite des Heiligen und verfolgen seine Erfolgsgeschichte. Wer sagt aber etwas von der Not des Vaters, von der Schande, die er erleben muss: Der Sohn des wohlhabenden Kaufmanns geht zum Betteln! Als ob er zu Hause nichts bekäme! Es ist nicht schwer, den Schmerz und den Zorn dieses Mannes zu begreifen. Wie groß muss seine Verzweiflung gewesen sein, als er schon fluchte, als er ihn nur von weitem sah.
Es gibt noch genug andere Geschichten von Heiligen, die man als Familientragödien bezeichnen könnte. Denken wir an den Schweizer Bauern Klaus von Flüe, der seine Frau und seine 12 Kinder verlässt, um in der Einsamkeit Gott zu suchen, für viele, vor allem Frauen, heute noch ein Skandal. Wir dürfen auch an die Eltern der heiligen Klara denken, die ohne deren Wissen bei Nacht das Haus verließ, um sich dem Sohn des Bernardone anzuschließen. Welche Ängste sie in dieser Nacht durchzustehen hatten, kann man sich leicht ausmalen. Zumal es lebensgefährlich war, bei Nacht allein auf die Straße zu gehen noch dazu als junge Frau. Und hat nicht Jesus selbst seinen Eltern die allergrößte Sorge gemacht, als er als Zwölfjähriger allein im Tempel blieb? Sie verstanden ihn in dieser Situation nicht mehr wie seine Verwandten, die ihn bei seinem Auftreten in der Öffentlichkeit für verrückt hielten und ihn mit Gewalt zurückholen wollten (Mk 3,20)..
Diese Ereignisse dürfen wir als konkreten Hintergrund sehen, wenn wir die Aufforderung Jesu hören: "Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig, und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig" (Mt 10,37). Der Satz hat Geschichte gemacht. Es gab sie, die ihn mehr liebten, und die Konsequenzen, die es hatte!
Gerade das Skandalträchtige solcher Biografien ist die große Herausforderung. Es lohnt sich, darüber nachzudenken, was liebenswürdige, junge Menschen, die Hoffnung der Familie, dazu veranlasst, ihren Eltern einen solchen Schmerz zuzufügen? Was muss da in einem Menschen stattfinden, wenn einer als angesehener Bauer und Ratsherr sich der Verantwortung für seine Familie entzieht?
Man kann nur eines sagen: Es kann nur so gewesen sein, dass sie von einer inneren Kraft angezogen waren, der sie sich nicht mehr ausweichen konnten. Es hatte sich ihnen eine neue Welt aufgetan, die als gewaltig und faszinierend, wunderbar und beglückend beschrieben wird und einen totalen Anspruch erhebt. Es muss eine Liebe gewesen sein, die stärker war als die eines Mannes zu seiner Frau und zu seinen Kindern. Es war gewiss nicht Leichtsinn, der diese Menschen bewegte. Sie taten es nicht, um sich ein leichteres Leben zu verschaffen. Der Heilige aus der Schweiz ist dargestellt mit einem von Schmerz zerfurchten Gesicht. Vom Heiligen aus Assisi wird berichtet, dass ihn auf dem nächtlichen Heimweg Gott berührte. Es war ein Erlebnis, das ihn total überwältigte. In der Dreigefährtenlegende steht: „Eine solche Süße erfüllte sein Herz, dass er weder reden noch sich bewegen konnte." Und wir dürfen hinzufügen: dass er das Erlebnis niemals vergessen konnte.
Was er anschließend tat, war nur die innere Konsequenz aus dem, was ihm zugestoßen war. Die einmal geöffnete Faszination der „Süße", der Tiefe, des Ernstes und des Glücks trieb ihn immer weiter auf dem eingeschlagenen Weg, der allen, die seine innere Welt nicht kannten, unverständlich und unsinnig erschien. So ähnlich dürfte es auch bei der heiligen Klara gewesen sein und bei dem so schwer verstehbaren Mann aus der Schweiz. Um noch einmal auf den Schmerz der Eltern zurückzukommen: Was in ihren Kindern vor sich ging, hat die Bedeutung ihres Namens und ihrer Familie auf eine Höhe der Geschichte gehoben, die bis heute leuchtet.
Wer wüsste heute noch etwas von einem Tuchhändler Bernardone aus einer italienischen Stadt des Hochmittelalters, wer noch etwas von den Favarone, einem Adelsgeschlecht aus Assisi? Wer noch etwas von einem Bauern Klaus aus Flüeli?
Wenn Jesus vom Abschied von den Eltern und der eigenen Familie spricht, fügt er das Wort vom Kreuz tragen hinzu. „Wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, ist meiner nicht würdig"(Mt 10,38). Allzu sehr ist dieser Spruch mit dem Missverständnis belastet, als ob es nur darum ginge, das Schwerere zu wählen und sich allem zu fügen. Bei den erwähnten Heiligen war es so, dass ihr Leben vom Einbruch Gottes durchkreuzt wurde, dass sie dazu standen und darin ihre Größe und Ähnlichkeit mit Christus, dem Gekreuzigten erfuhren. Von außen betrachtet, bedauernswerte Geschöpfe, sie selbst aber begannen mit ihrer Entscheidung, erst richtig zu leben.
Damit ist auch schon etwas von dem Lohn gesagt, den Jesus verspricht. Allzu sehr sind wir fixiert auf eine Zukunft im Jenseits, im Himmel. Bei den Heiligen ist das neu entdeckte Leben selbst der große Schatz, die Kostbarkeit, für die es sich lohnt, alles daran zu geben.
Glaubensbekenntnis, S. 378 ff.
Fürbitten vgl. S. 810 ff.
Zur Eucharistiefeier Christus hat uns gezeigt, was es heißt, in Wahrheit frei zu sein. Er war so frei, sein Leben hinzugeben, um uns das wahre Leben zu ermöglichen. Durch ihn, den „neuen Adam", sind wir „neue Menschen". Er lädt uns zu seinem Mahl und nimmt uns mit auf seinen Weg.
Gabengebet
Herr, unser Gott, in den Geheimnissen, die wir feiern,
wirkst du unser Heil.
Gib, dass wir den Dienst an diesem Altar
würdig vollziehen,
von dem wir deine Gaben empfangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Präfation, S. 431 ff.
KommunionversPs 103 (102), 1
Lobe den Herrn, meine Seele!
Alles in mir lobe seinen heiligen Namen.
Oder:Joh 17, 20-21
Vater, ich bitte für sie, dass sie in uns eins seien,
damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast - so spricht der Herr.
Schlussgebet
Gütiger Gott, die heilige Opfergabe,
die wir dargebracht und empfangen haben,
schenke uns neues Leben.
Lass uns Frucht bringen in Beharrlichkeit
und dir auf immer verbunden bleiben.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Für den Tag und die Woche
Für viele ist das Kreuz Ärgernis, Last. Wir wollen es abschütteln, ausblenden. Ohne Kreuz gibt es kein Christentum, keine Christusnachfolge. Papst Franziskus sagt in einer Predigt:
„Derselbe Petrus (...) sagt zu ihm (Jesus): Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes. Ich folge dir, aber sprich mir nicht vom Kreuz. Das tut nichts zur Sache. Ich folge dir mit anderen Möglichkeiten, ohne das Kreuz. - Wenn wir ohne das Kreuz gehen, wenn wir ohne das Kreuz aufbauen und Christus ohne Kreuz bekennen, sind wir nicht Jünger des Herrn: Wir sind weltlich, wir sind Bischöfe, Priester, Kardinäle, Päpste, aber nicht Jünger des Herrn." (Papst Franziskus, Predigt an die Kardinäle am 14. März 2013 in der Sixtinischen Kapelle)
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Vatican News
Perikopen
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Katholisches Bibelwerk e.V.
Für Lektorinnen und Lektoren und alle, die einen liturgischen oder sonstigen Dienst im Gottesdienst übernehmen
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Liedvorschläge
Hier finden Sie Liedvorschläge und Gottesdienstvorlagen für den Gottesdienst:
Amt für Kirchenmusik Augsburg
Impulse zur Gottesdienstgestaltung Erzdiözese Freiburg
Psalmtöne
Zum Online-Kantorale antwortpsalm.de
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Liturgie im Fernkurs
Bibleserver
Einheitsübersetzung 2016
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